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1. Etappe: Nova Scotia / New Brunswick, 15.-24. September 2019

Eine Woche mit Überraschungen

Das Leben im Amigo

Beim letzten Mal hatte ich geschrieben, dass ich in dieser Woche erst einmal mit Einräumen, Einrichten und Ankommen beschäftigt sein würde. So ist es auch jetzt noch…

Das Einräumen meiner Sachen und der Einkäufe war in zwei Stunden erledig. Darin sind wir ja schon geübt.

Und doch ist das Leben im Amigo einfach anders als in der kleinsten Wohnung. Die Abläufe sind anders und andere Dinge wichtig, z.B. mit Wasser haushalten, Strom sparen sowieso, auf den Stand des Porta Potti’s achten wie auch auf das Abwasser etc. Dinge, über die ich mir zuhause keine Gedanken zu machen brauche. Die Frage nach der nächsten Dusche und der Notwendigkeit einen Campingplatz mit Waschmaschine zu suchen…
Und auch wenn ich schon häufig Urlaub im Amigo gemacht habe, ist es gefühlt etwas anderes, ob ich mich für drei Wochen einrichte oder für ein Jahr.

Der Amgio hat uns mehr beschäftigt denn je. Der Wechsler, den wir eingebaut haben, funktioniert einwandfrei, solange er nicht am Strom angeschlossen ist. Da wir für unseren Blog, die Kameras, Handys … jedoch viel mehr Strom brauchen, als auf sonstigen Reisen, müssen wir ab und zu Strom von außerhalb tanken. Das funktioniert nicht und hat echt schon zu Problemen geführt. Abends sind wir zeitweise blank, sprich: stehen mit leeren Akkus dar, ohne dass wir Fotos bearbeiten konnten.

Dann funktioniert das Internet nicht überall – das ist sicher normal. Doch wenn man mal eben das Logbuch online stellen möchte und dafür eine halbe Stunde benötigt, dann ist das keine Freude.

Seit unserem selbst verursachten Batterie-Absturz achten wir darauf, dass wir die Geräte rechtzeitig vom Strom nehmen. Klar: Heizung geht vor Fotos, Herd vor Blogbeiträge.

Hier werden wir mit den Wochen sicher einen guten Rhythmus finden und auch unsere Technik zähmen, da bin ich mir sicher. Vielleicht bekommen wir schon bald einen Hinweis aus der Heimat, wie wir wieder ans Stromnetz kommen können.

Mit dem Ankommen ist es eine andere Sache. Ich habe noch keinen Rhythmus gefunden. Einen Rhythmus als Camperin, eine Tagesstruktur, in die alles passt, was mir wichtig ist und was ich gern machen möchte. Ein Problem, dass mir übrigens nicht ganz fremd ist, aber sich zuhause irgendwie doch anders gestaltet. So ist beispielsweise das Meditieren in dieser Woche deutlich zu kurz gekommen und das Hang-Spielen ebenso.

Das Leben on the road

Nach wie vor muss ich mich daran gewöhnen, dass der nächste Supermarkt 30 km entfernt sein kann, nicht jeder Ort ein Cafe hat und dass das Land so dünn besiedelt ist.

Was die Landschaft angeht, bin ich immer noch ständig aus dem Häuschen, wenn wir mit dem Amigo auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel sind. Die Landschaft ist wie gemalt und ich könnte überall anhalten und verweilen. Vieles erinnert mich an Norwegen, die Lofoten und Lappland.

Wer meine Leidenschaft für Pickups teilt, der kommt hier voll auf seine Kosten. Wir sehen hier selten mal kleine Fahrzeuge. Ein Fiat 500 war ein extremer Ausreißer. Die Wohnmobile sind riesengroß – Manfred hat ja schon ein Foto gepostet. Unglaublich – damit wollte ich nicht rumfahren.

Bislang haben wir jeden Tag eine besondere Unternehmung gemacht, haben kleine Orte wie Peggys Cove und Luneburg erkundet, haben eine Tour mit unseren Mountainbikes durch den Kejimkujik-Nationalpark unternommen, den Balancing Rock erradelt und einfach die Gegend erkundet.

Bei Spaziergängen lassen wir uns oft nur treiben und entdecken so viele für uns interessante Dinge, die auf keiner Karte stehen. Uns reizen oft mehr die weniger ausgetretenen Pfade, die z.B. zu einem Leuchtturm führen, der normalerweise gar nicht zu erreichen ist.

Mein Highlight der Woche

Whalewatching bei Brie Islands: So etwas habe ich noch nie gemacht und war ganz ergriffen, etliche Wale aus ein paar Meter Entfernung in ihrer Lebenswelt erleben zu dürfen. Dank der tollen Crew von www.brierislandwhalewatch.com war das ein unvergessliches Erlebnis. Sie betreiben schon seit 35 Jahren Walforschung und haben einen unglaublichen Erfahrungsschatz. Sie kannten die Wale, die wir gesehen haben mit Namen. Zwei hießen Calvin und Hobbes, wie die Figuren aus meinem Lieblingscomic.

Jetzt  sind wir zurück auf dem Festland und warten auf die Fähre, die uns nach Saint John auf die andere Seite der Bay of Fundy in den Bundesstaat New Brunswick bringt. Dort angekommen werden wir bald auch die USA erreichen.

Ach ja, wir versuchen das Logbuch aktuell zu halten. Hier erfährst du alles über den Verlauf unserer Reise. Meine Fotos findest du übriges unter sa:digital im jeweiligen Monatsordner.

Was war dein Highlight in der vergangenen Woche?

Saradevi 

Digby, 23.09.2019

 

Wir freuen uns auf den Austausch mit dir...

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Ilona Haupt-Roloff

    Leider war mein Highlight letzte Woche ein Lowlight: mein Schwager Klaus ist nach seiner 1. Chemo ganz plötzlich verstorben. Er wäre am 19.9. 67 Jahre geworden, das hat er nicht mehr erreicht. Mein Verstand sagt mir, dass ihm viel erspart blieb, er hatte Speiseröhrenkrebs mit Metastasen in der Lunge, aber trotzdem schwer zu begreifen.
    Für eure Camperreise durch die USA kann ich euch die „Camperbibel des AAA “ empfehlen. Wir sind damit fünf Wochen mit einem geliehenen WoMo durch die Staaten zum Yellowstone Park gereist. Da ist jede Campingmöglichkeit aufgelistet. Es wird nach Punkten bewertet: 10 Punkte ist top. Man sagte uns, ab 7,5 Punkten, sind die Plätze ok. Alle facilities werden gelistet, plus Reisetipps. Wir sind von Chicago über Kansas City, dort haben wir gute Freunde besucht, zum Yellowstone gefahren. Auf den Campingplätzen bekam gute Tipps von anderen Campern.
    Bei unserem Ostküstentrip im Herbst, haben wir Bed and Breakfast gemacht!
    Der Indian Summer ist einfach umwerfend schön.
    Ich wünsch euch gute Reise, Ilona

    1. saradevi

      Liebe Ilona,
      der Tod deines Schwagers tut uns sehr leid. Ja, mit dem Verstand ist das wohl nicht zu begreifen… und vielleicht war es für ihn das Beste – aber wer weiß das schon… dir und deiner Familie viel Kraft und Zuversicht.
      Vielen Dank für den Tipp mit der Camperbibel – wir werde mal recherchiere.
      Liebe Grüße aus Millinocket
      sama

  2. Ute Urban

    Hallo, ihr Lieben,

    mein Highlight war ein kleines Konzert in der Kirche, bei dem ich mitwirken durfte.

    Struktur zu finden ist im Moment auch mein Thema. Das kleine Pfaz-Kind geht jetzt in den Kindergarten und ich habe von 9 bis halb 2 frei……

    völlig strukturlos.

    Ganz liebe Grüße

    Ute

    1. saradevi

      Liebe Ute,
      Willkommen im Club.
      Manchmal scheint keine Struktur wohl die Struktur zu sein…
      Wir gehen zur Zeit früh schlafen und sind teilweise schon vor Sonnenaufgang wach – für mich eher unüblich ;))

  3. Doris und Günter Knappheide

    Hallo ihr Lieben,
    unsere Woche hatte mehrere Highlights. Der Strafgerichtshof in Den Haag, der Tag in Rotterdam, das waren schon Erlebnisse.
    Die KAB-Radtour nach Götterswickerhamm mit herrlichem Essen. Im Gemeindekino wurde „Der Junge muss an die frische Luft“ gespielt. Freud und Leid kamen da zusammen, wie im richtigen Leben. Etwas Sorge kommt auf bei „Condor“.
    Unser Rückflug ist bei Condor gebucht und schon bezahlt. Wir werden das beobachten.
    Eure Highlights waren ja auch toll. Wale beobachten macht schon Spass. So nah dran waren wir noch nie.
    Euch weiterhin viele tolle Erlebnisse. Das andere ergibt sich und wird behoben. Da sind wir sicher.
    Also bis bald.
    Eure Oldies

    1. saradevi

      Ihr Lieben,
      ihr könnt euch wohl nicht entscheiden… Highlight ist Highlight ;))
      Der Junge hat den Harpe toll gespielt, oder? Ich fand ihn grandios.
      Mit Condor, das wird schon wieder!
      Wir sind jetzt vorsichtiger mit dem Strom und fahren auch längere Strecken. Im Moment läufts…