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Der sama:trail geht weiter und in vielerlei Hinsicht in neuem Gewand… 

Der sama:trail ist der Weg von Manfred und mir und somit natürlich auch nach unserer Zeit in Nord- und Mittelamerika nicht abgeschlossen… Er schlängelt sich jetzt in Zeiten von Corona wieder durch Europa und ist für mich immer noch surreal. Zum einen ist seit unserer Rückkehr alles so vertraut und normal, dass ich zweifle, jemals weg gewesen zu sein. Und doch gibt es Momente, in denen mir das Reisen mit all den Ritualen und Verhaltensweisen so vertraut ist, dass ich kaum in einen neuen Modus wechseln kann.

Einmal um die ganze Welt – Ein Virus auf Reisen

Zum anderen verändert dieses unsichtbare Virus die Welt wie es wohl niemand vorausgeahnt hatte. Seit dessen Ausbruch erlebe ich bei mir und auch gesellschaftlich, wie das Virus unser Leben immer wieder neu im Spannungsfeld Lockdown und Lockerung auf unterschiedlichste Weise verändert und auf die Probe stellt.

Als ist erstmals von Corona hörte, waren wir auf Kuba. Das Virus schien weit weg, so wie es auch Ebola und andere Epidemien für mich bis dato gewesen sind.

In Texas dann, kurz bevor wir Richtung San Diego aufgebrochen sind, wurde die Pandemie ausgerufen, in Europa hatte sie bereits offenkundig ihren Lauf genommen. Tagelang fühlte ich mich wie gelähmt, habe versucht zu verstehen, was da gerade passiert, habe die Nachrichten nur so verschlungen und viel Energie gelassen. Mit dem Ergebnis, zuerst einmal nach Hause zu reisen.

Wieder zu Hause in freiwilliger Quarantäne, konnte ich einiges an Ängsten und Sorgen loslassen. Die vertraute Umgebung sowie das Wissen um unser Gesundheitssystem und Informationswege haben sicher dazu beigetragen.

Letztlich habe ich in Dinslaken zwar noch die Nachrichten verfolgt und den News-Ticker gelesen, aber nicht mehr so akribisch. War ich noch in den USA über 6.000 Infizierte geschockt, so habe ich mich im Laufe der Zeit an die wachsenden Zahlen (1,5 Mio. heute) geradezu gewöhnt und hinterfrage die Zahlen an sich aufgrund meines wachsenden Wissens immer mehr. Wie schnell hier eine Art von Gewöhnung eintritt…

Gleichwohl ich mich an alle Regeln halte, bis auf meine Eltern, Judith, Paul, die Kinder und Rosetta auch noch niemanden aus der Familie oder meinem Freundeskreis getroffen habe, so entstand mit den Wochen in mir ein Widerstand, alles, was sein sollte, so zu akzeptieren. Nicht, dass ich auf die Straße gehe, um gegen die Maßnahmen zu protestieren. Ganz im Gegenteil, ich finde sie akzeptabel und verordne sie mir zum reinen Selbstschutz. 

Doch war da dieser Unmut, der sich immer wieder zu Wort meldete, wie z.B. über die Regel, nicht nach Texel reisen zu sollen / dürfen und bei Rückkehr in Quarantäne zu müssen. Eine Regel, die ja nun bis auf weiteres Geschichte ist. Hier erlebe ich mich als jemand, die gern individuelle Lösungen anstrebt. Ein Gefühl, dass viele von euch aus unterschiedlichen Gründen aktuell sicher auch kennen. Regeln decken nun mal nicht jeden Einzelfall ab und ich bin mir bewusst, dass es ein stöhnen auf hohem Niveau ist, da wir gesund sind, weder um unseren Job, noch um unsere Existenz bangen müssen.

Wieder zuhause auf Texel

Seit ein paar Tagen sind wir nun auf Texel und überglücklich unser Chalet wieder mit Leben erfüllen zu können, auf unserer Terrasse zu sitzen, im Grünen zu sein und zum Meer spazieren zu können. Zahlreiche ausgedehnte Spaziergänge liegen hinter uns. Wir haben ausgeschlafen und kaum etwas erledigt. Einfach in den Tag gelebt. Das hat mir richtig gut getan. So kann ich Corona am besten trotzen und mir vom Leib halten. 

Hier auf Texel gibt es (noch) keine Pflicht Mundschutz zu tragen, so dass oberflächlich geschaut, eigentlich alles so wie immer wirkt. Das empfinde ich als trügerisch, muss mich immer wieder erinnern und disziplinieren, wenn ich einkaufen gehe.

Das Virus ist zur selben Zeit so nah und doch so fern. Eine verrückte Zeit.

Die selbst verordnete Quarantäne habe ich genutzt, um alles Liegengebliebene wegzuarbeiten, die Steuer bis zum ersten Quartal diesen Jahres fertig zu stellen, die Wohnung auf den neusten Stand zu bringen  – was frau eben so macht, wenn der Tag lang ist.

Alles neu macht der Mai

Zudem habe ich die Zeit genutzt, um unserem Blog eine Schlankheitskur zu verpassen und ihm ein neues Gewand zu geben. Wenn ihr Lust habt, klickt doch mal durch und gebt eine Rückmeldung. Noch ist nicht alles fertig, aber das ist ja auch nicht das Wesentliche.

Die Übersetzung der Seite liefert jetzt Google und das gleich in verschiedenen, von uns gewählten Sprachen. Das bedeutet, dass die Übersetzung nicht mehr so genau ist wie zuvor, erspart uns aber eine Menge Arbeit, da wir zuvor jede Seite und jeden Beitrag durch den Übersetzer geschickt, gegen gelesen und gedoppelt haben.

Aktuell bastel ich noch an einem neuen System der Registrierung und automatischen Versendung von Mails sowie der Information auf Facebook, wenn wir neue Beiträge verfasst haben. Auch das haben wir bislang von Hand gemacht. Während der Reise hat dies in Summe eine Menge Zeit gekostet. Das soll sich künftig ändern. Zwar schwindet die Einflussnahme auf Gestaltung und Aussehen, wenn wir einen Automatismus einbauen, aber es entlastet uns. Wie ihr seht, auch hier bleibt nichts, wie es ist.

Seid nicht überrascht, wenn ihr zu einigen Fotos keinen Zugang bekommt. Seit ein paar Wochen haben wir Probleme mit dem Zugriff von außen auf unserer NAS (Datenspeicher). An seinem Standort wurde der Router getauscht, um vieles zu verbessern. Leider haben sich die wohl allseits bekannten Anfangsschwierigkeiten eingestellt. „Never change a running system“, sage ich nur. Aber auch hier sind wir zuversichtlich bald eine Lösung zu finden und hoffen auf euer Verständnis.

Während ich diese Zeilen auf unserer Terrasse sitzend tippe, labt sich in Sichtweite der Hasennachwuchs am Gras. Schon lange habe ich nicht mehr so viele Hasen ums Häuschen herum gesehen. Es war wohl sehr ruhig hier in den letzten Monaten.

Parallel  trudeln nach und nach immer mehr Wohnmobile und Chalet-Besitzer ein – Lockerung nennt man das in diesen Zeiten. Morgen ist Christi Himmelfahrt… Wir werden ins Ruhrgebiet fahren und mit meiner Mutter Geburtstag feiern.

Euch ein schönes langes Wochenende und lasst mal hören, wie es euch in den letzten Wochen ergangen ist…

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