Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

Buddha

Im 7Mind Impuls der dreizehnten Woche geht es um die Gedanken. Im Buddhismus gibt es den Begriff des Monkey Mind, ein Synonym für rasende Gedanken, die uns umtreiben und beschäftigen und sich gebärden wie die Affen, die durch den Wald rasen. Die Frage ist, wie wir mit ihnen umgehen.

Gedanken sind keine Wahrheiten – und du musst auch nicht alles glauben, was du denkst.

Dieser Satz wirkt seit meiner MBSR-Ausbildung nachhaltig auf mich. Er ist einfach, schlicht und wahr. In den richtigen Situationen angewandt, wirkt er kleine Wunder und ist die Entscheidungsgrundlage für alltägliche und entscheidende Weggabelungen im Leben.

In der letzten Woche habe ich meine Gedanken immer mal wieder beobachtet und war sehr überrascht, welche Wege sie gegangen sind, wo sie starteten und wo sie endeten.

So bin ich innerhalb weniger Minuten von Corona verschont geblieben und aufgrund meiner Neigung zu Allergien und Asthma auf der Intensivstation an der Beatmungsmaschine gelandet. In Gedanken geht das alles und ganz schnell. Aber es waren lediglich positive Phantasie bzw. negativ vorweggenommene Katastrophen. Wie singt schon Andreas Bourani: „Und das ist alles nur in meinem Kopf.“ 
Weder das eine, noch das andere wird automatisch so passieren. Hier kommt es auf weit mehr an.

Außerdem habe ich mich viel mit meinen Nähprojekten beschäftigt. Auf zwei längeren Spaziergängen ertappte ich mich dabei, dass ich gar nicht in der Natur unterwegs war, sondern gedanklich immer noch im Chalet über meinen Schnittmustern saß und sie auf unterschiedlichste Art und Weise anpasste. Es hat mich richtig erschreckt, das zu bemerken. So hatte ich für ein paar hundert Meter die Schönheit der explodierenden Natur um mich herum gar nicht wahrgenommen. Irgendwann war ich unterwegs in den Autopiloten gewechselt und habe all das um mich herum nicht mehr wahrgenommen.

Dank Meditation aus dem Gedankenkarussell?

Meine Übung in Achtsamkeit verschont mich nicht vor einer Situation, wie der oben beschriebenen. 

Allerdings gelingt es mir schneller als früher zu bemerken, wenn ich in den Autopiloten wechsle und nicht mehr ganz bei der Sache bin. Oder, wenn ich mich in negativen Gedanken verstricke, die eher das Resultat meiner Gefühlslage, als das der Realität sind.
Das Distanzieren von diesen Gedanken fällt mir leichter. Und so komme ich eher zur Ruhe, als weiter mit ihnen Karussell zu fahren oder durch den Wald zu rasen.

Gedanken sind das Samenkorn für unser Handeln und somit unser Selbst und unsere Welt. Wenn ich mich häufig in meinen überhöhten Ängsten und Vorahnungen verliere, so wird sich mein Leben auch in diese Richtung bewegen. Davon bin ich überzeugt. 
Das hat sich unlängst im letzten Herbst, während meiner Corona-Blues-Sequenzen, gezeigt. Und darauf kann ich gut verzichten.

Saradevi,
Karfreitag 2021

 

Hast du dich schon einmal hingesetzt und für einige Zeit nichts anderes gemacht, als deine Gedanken zu beobachten? Oder hast innegehalten und dir deine Gedanken und das dahinter liegende Muster angeschaut? Probiere es mal aus und tausche deine Erfahrungen mit uns aus.

Translate »