Gestern haben wir auf dem Weg vom Campingplatz ins Hotel erfahren, dass unser Flug storniert wurde. Klar waren wir darauf eingestimmt, dass es nicht glatt laufen wird. Aber wenn es dann passiert, ist die Freude nicht gerade groß. Da wir jedoch beide Menschen sind, die den Kopf nicht in den Sand stecken, stand einige Kilometer und einen Kaffee später das neue Konzept.

Ärmel hochkrempeln und los

Anrufe bei Booking.com und Hafenmeisterei sowie Mails mit dem Eskort-Service für den Hafen folgten. Den ersten Flug haben wir auf Anraten der Mitarbeiterin in der Hotline gecancelt, weil uns die Stornierung per Mail mitgeteilt wurde. Es folgte die Nachricht, unser Anliegen sei nun in Bearbeitung. Wir hoffen, bald unser Geld zurück zu bekommen.

Dank Internet war ein neuer Flug schnell gefunden – die Bestätigung ließ allerdings drei Stunden auf sich warten…

Alle Menschen, mit denen wir zu tun hatten, waren sehr freundlich und haben uns sehr unterstützt. Solidarität und Hilfe in Zeiten von Corona – eine schöne Erfahrung.

Keine zwei Stunden später wechselte auch ich dann vom Schreibtisch des Hotelzimmers in den Amigo, wo Manfred seine sieben Sachen schon gepackt hatte.

Es fiel mir nicht leicht, den Amigo – und damit mich selber, für seine lange Reise nach Hamburg „einzustimmen“. Klar, es ist unsere Entscheidung, aber sie ist in erster Linie „nur“ vernünftig und entspricht nicht unserem Herzenswunsch. Wie gut, dass noch so viel zu tun war, so konnte ich mich ein wenig ablenken…

Im Hotel schmiss ich noch die letzte Maschine Wäsche an. Unser vorbereitetes Chili machten wir uns in der Mikrowelle auf unserem Zimmer warm und aßen es aus Styropor-Kaffeebechern. Das Leben fordert von uns allen aktuell kreative Lösungen, denn im Hotel gab es wegen der Pandemie außer Kaffee und Tee keine gastronomischen Angebote.

Zu guter Letzt sammelte ich alle Unterlagen für die Abgabe unseres Amigos im Hafen von Baltimore zusammen. Das war gestern.

Goodbye Amigo

Heute morgen ging es dann Richtung Hafen. Im Hafenbüro bekam ich alle Unterlagen ausgehändigt und wurde dann von der Mitarbeiterin des Eskort-Service ins Hafengelände begleitet – allein darf man sich dort seit einigen Jahren nicht nicht mehr aufhalten. Manfred wartete während desen auf dem Gelände der Spedition. Wir passierten etliche Schranken, Polizei und Zoll. Zuletzt kam ein Mitarbeiter, der den Amigo vermaß und den entscheidenden Aufkleber auf die Fensterscheibe klebte, so wie bei einem Gepäckstück am Flughafen. Zweieinhalb Stunden waren wir unterwegs gewesen.

Seit unserer Rückkehr via Uber ins Hotel halten wir uns nun an die Ausgangssperre und bleiben „zuhause“ in unserem Hotelzimmer.

Danke für eure Unterstützung

Uns erreichen täglich Nachrichten aus der Heimat, aber auch aus den USA und Kanada. Ist es nicht Wahnsinn, dass wir alle in Echtzeit auf diese Weise kommunizieren können? Vor diesem Hintergrund ist das Internet wirklich ein Segen, auch wenn es manchmal Zeitklauer und Beschleuniger sein kann.
Die Verbundenheit mit euch tut gut und macht Mut in diesen schwierigen Zeiten. Es fühlt sich an wie ein doppelter Boden. Nur Toilettenpapier kann uns niemand anbieten… das scheint wirklich ein Problem zu sein ;))

So kommen wir nach immerhin sieben Monaten nach Hause zurück und können niemanden persönlich treffen; zumindest nicht anders als von hier – tausende Kilometer entfernt. Am Beginn unserer Reise unvorstellbar.

Noch einmal schlafen

Morgen geht es dann Richtung Heimat. Zwei Zwischenlandungen sind geplant auf unserem Weg von Baltimore nach Düsseldorf, eine in Atlanta und eine in Amsterdam. Wir bleiben zuversichtlich, dass alles klappt und sind doch auf Unverhofftes vorbereitet. Samstag gegen Mittag werden wir vermutlich in Düsseldorf landen – so der Plan!

 

Translate »