Seite wählen
… will euch teilhaben lassen an meinen spontanen Gedanken und der Art und Weise meines Lebens in Coronazeiten auf Texel und in Dinslaken und drumherum. Garniert mit einigen Fotos, die ich noch während des Schreibens aussuchen werde.

Nun bin ich seit einer Woche schon wieder im Ruhrgebiet. Bedingt durch meine Blessur habe ich die Wohnung kaum verlassen und genieße den Müßiggang. Bei Retterspitz- und Traumelwickel genieße ich die fotografischen Rückblicke auf Texel. Sobald möglich, werde ich dort wieder lange Zeit am Stück verbringen.

Auf der Insel, abseits jener touristischen Hotspots, fühle ich mich sicherer und behaglicher, als gerade hier in der Innenstadt von Dinslaken. In Europa steigen die Infektionskennzahlen rasant, in Deutschland sieht es noch verhältnismäßig gut aus. Ich habe den Eindruck, ohne diese Gier nach Gesellschaft und Vergnügen könnten die Zahlen überall wesentlich geringer sein.

Für Nordholland, und dazu gehört auch Texel, wurde eine Reisewarnung ausgesprochen. Die Folge davon: Saradevi, die im Laufe der Woche wegen etlicher Termine ins Ruhrgebiet wechselt, wird sich testen lassen und in Quarantäne begeben (müssen).

Außentermine nehme ich nur soweit unbedingt notwendig wahr. Also Einkauf, Arztbesuche und einige wenige berufliche Termine. Am Mittwoch werde ich aber, da bereits langfristig zugesagt, eines meiner ehemaligen Lieblingspflegekinder 😉 in eine Warsteiner Klinik chauffieren. Ich freu mich auf ein Wiedersehen.

Überwiegend genieße ich ja schon seit längerem den Umstieg ins Rentnerdasein. Und ehrlich gesagt: ich bin froh über diesen Ausstieg aus dem Bereich der Pflegekinderhilfe. Die Entwicklungen der letzten Jahre ermuntern nicht mehr dazu, in diesem Bereich der Jugendhilfe tätig zu sein. Grundsätzlich vermisse ich die Service- und Kundenorientierung der behördlichen Sozialarbeit, aber auch bei manchen anderen beruflichen Akteuren der sogenannten freien Träger…

Pflegeeltern verdienen für ihr Engagement Hochachtung, vor allem aber tatkräftige Unterstützung. Pflegekinder sind ganz normale Kinder mit einer besonderen Geschichte und besonderem Bedarf.

An allem mangelt es zunehmend. Die überfälligen Reformen lassen bereits seit Jahren auf sich warten. Die Schwachen haben keine starke Lobby!

Apropos „Wandelhalle“: Die Wogen der Empörung schwappen ja seit Tagen in die Vorräume und Hinterzimmer der Polizeidienststellen. Talkrunden beschäftigen sich mit dem sog. Rechtsextremismus und Rassismus unserer Polizei. Manche Missstände gilt es sich anzugucken. Zu recht! Den Frust vieler Polizistinnen und der ihrer männlichen Kollegen wegen überbordender Bürokratie, schwacher Gesetze und lange auf sich warten lassender langwieriger Gerichtsverfahren kann ich aber auch gut verstehen. Und Achtung und Respekt vor Polizisten, aber auch Feuerwehrleuten und Sanitätern scheint heutzutage in unserem Land zu fehlen. Keine Entschuldigung für Fehlverhalten, aber meiner Meinung nach, einige der Rahmenbedingungen der unerfreulichen Situation. Und da schließt sich dann auch wieder der Kreis zu meinem früheren Arbeitsfeld!

Und als ob die Menschen in USA wegen der Coronapandemie nicht schon gebeutelt genug sind! Mich erschüttern die Bericht über die Waldbrände im Westen der Vereinigten Staaten! Eine Katastrophe, die Existenzen vernichtet und viel Leid verursacht. Ob nun Klimawandel oder mangelnde Waldpflege dafür verantwortlich sind: Wann wachen wir auf und werden aktiv? Mir wird bewusst, dass ich auch zu denen gehöre, die zusehen, kommentieren und sicher mehr zum Wandel beitragen könnten…

Nun: wie krieg ich zum Schluss die Kurve? Wo Licht ist, ist auch Schatten. Beides ist real. Das erinnert mich an Zeilen von Rudolf Steiner:

Das Schöne bewundern,
Das Wahre behüten,
Das Edle verehren,
das Gute beschließen…

Translate »
%d Bloggern gefällt das: