Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht: Tu das immer. Aber ich sage: Tu es wieder einmal. Sei wie für alle anderen Menschen auch für dich selbst da.
Bernhard von Clairvaux

Wie gönne ich mich mir selbst? 

Ich habe mich in der vorletzten Woche viel mit der Frage beschäftigt, was mir gut tut und wie es mir gelingt, gut für mich zu sorgen.

Es ist für mich wie ein Geschenk, wenn ich ohne Wecker in den Morgen starte und bei einem Kaffee in Ruhe einfach nur wach werden kann. Und dieses Geschenk kann ich mir hier auf unserer Reise überwiegend machen. Also habe ich hier sehr häufig einen perfekten Start in den Tag.

Mir gelingt es zwischenzeitlich, Bedingungen zu schaffen, mit denen ich gut leben und arbeiten kann. So kann ich gut drauf achten, dass es mir nicht zu warm oder zu kalt ist, ich eine gute Sicht habe, eine gute Haltung einnehme – das sind täglich kleine Anpassungen, die das Leben leichter machen und sich nach und nach wie von selbst einstellen, eine Art Gewohnheit werden. Ich nehme mir die Zeit, den Sattel höher zu stellen, meine Jacke an oder auszuziehen, den Gurt des Fotoapparats anzupassen, etc.

Da ich geprägt bin durch das Motto: “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!”, arbeite ich tendenziell immer erst meine To-do-Liste ab, bevor ich etwas für mich tue, auch wenn mir nach etwas anderem wäre. Es fällt mir schwer, von dem Muster abzulassen, da es mir ein gutes Gefühl gibt, alles erledigt zu haben und die Liste so auch nicht länger wird…

“Zeit” ist auch so eine wichtige Komponente, die ich gern mal aus dem Auge verliere. So kommt es nicht selten vor, dass ich zu viele Dinge in die nun einmal nicht veränderbaren Zeitfenster packe und am Ende feststelle, dass keine Zeit mehr verbleibt, um Dinge zu tun, die mir gut tun, bzw. die ich für mich machen wollte. Um ehrlich zu sein, bin ich sogar Meisterin darin. Hier setze ich die Priorität oft nicht zu meinem Wohlergehen. Es ist dann alles fertig und getan, aber mein Akku am Ende des Tages leer. 

Bin ich für mich selbst da gewesen?

Am ersten Tag des Impulses hatte ich das Bedürfnis mich mittags kurz aufs Ohr zu hauen –  das Bedürfnis habe ich selten und meist ist dann keine Zeit für ein Mittagsschläfchen. An dem Tag habe ich dann aber eine halbe Stunde später mit dem Kochen begonnen und mich einfach etwas hingelegt, während Manfred auf Fotosafari ging. Es war eine kleine Veränderung mit großer Wirkung.

In New York hätte ich mir die Zeit nehmen müssen, um weiter an meinen Blog-Themen zu schreiben, täglich mein Tagebuch zu füttern, etc. Hier habe ich mich entschieden, mich nicht zu überfordern und mir einfach ein paar schöne Tage jenseits meiner Liste zu machen.

Mir ist in der vergangen Woche bewusst geworden, wie leicht mir die kleinen Anpassungen fallen, um besser für mich zu sorgen und für mich da zu sein; wie schwer es mir jedoch fällt, von meinen mir eigenen Mustern abzuweichen und diese an mein Wohlergehen anzupassen.

Keiner von euch macht mir Druck, den Beitrag pünktlich einzustellen oder neue Fotos zu posten. Der Druck kommt ganz alleine aus mir heraus. Und die Sache mit dem Blog ist ja nur exemplarisch und kann durch etliche andere Dinge ersetzt oder ergänzt werden. Es sind die kleinen Zwänge, dies noch tun zu müssen, das noch machen zu wollen, etc. und die wirken unabhängig davon, wo ich bin und was ich gerade mache.
Hier möchte ich in den nächsten Wochen an mir arbeiten und versuchen, meine Ansprüche an mich selbst etwas mehr loszulassen und mir mehr Raum / Zeit zu lassen, um mich mir selbst gönnen zu können.

Wie ergeht es dir? Bist du regelmäßig für dich da? Hast du dich im Blick? Was hindert dich, dich dir selbst zu gönnen und wie schaffst du es trotzdem, für dich zu sorgen?

Taylors Island, 28.10.2019

Saradevi

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