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Konsumieren mit Köpfchen – 7Mind Impuls (KW 48)

Überfluss verdirbt den Genuss.
Deutsches Sprichwort

Frühe Prägung

Meine Eltern haben während meiner Kindheit sehr darauf geachtet, dass ich wohl überlege, was ich mir anschaffen möchte und auch, dass ich die nötigen Rücklagen bilde, um mir etwas leisten zu können.

Ich erinnere mich an zwei Begebenheiten:

Stolz zeige ich meiner Mutter meine Neuerwerbung von Baldow in Sterkrade – eine Single aus den Top Ten. Sie fragt, ob der Kauf wirklich nötig gewesen sei und ob ich das Lied nicht aus dem Radio auf Casette hätte aufnehmen können. Ich überlege kurz und bin mir sicher, dass ich mein Geld gut investiert habe. Meine Mutter ist mit meiner Antwort zufrieden – ich habe mein Geld nicht kopflos ausgegeben.

Ziemlich zur selben Zeit bietet mein Vater mir an, dass er das Geld, dass ich bis zum Monatsende nicht von meinem Taschengeld ausgegeben habe, zu verdoppeln. Nach drei Monaten beendet er die Aktion mit der Begründung, er hätte nicht damit gerechnet, dass er am Ende eines jeden Monats so viel Geld in meinem Kästchen findet…

Sparsamkeit, die Freude an den Dingen, die man besitzt, deren Wertschätzung und Pflege, aber auch der Erwerb qualitativ hochwertiger Produkte, wurde mir vorgelebt und ist mir zu eigen geworden.

Auch ein Grund, warum diese Reise hier möglich geworden ist.

Auf unserem Weg durch Nordamerika … 

Manfred hat in seinem letzten Beitrag Bilder von unserem Amigo gepostet. Da wird schnell klar, dass es kaum möglich ist, weitere Einkäufe unterzubringen. So gern ich im Ausland einkaufen gehe und mir anschaue, was so angeboten wird, so gut kann ich auch wieder aus dem Laden gehen, ohne etwas gekauft zu haben –  im Moment eigentlich fast immer. Wir besitzen so viel und haben mehr Sachen dabei, als wir benötigen.

Was die laufenden Kosten anbelangt, bin ich die Schatzmeisterin und sorge dafür, dass wir das Budget nicht überziehen. Teuere schöne Plätze gleichen sich durch Übernachtungen auf Parkplätzen aus, Ausessen-gehen durch Selber-kochen, etc. Wir überlegen uns gut, welche Ausflüge wir mitmachen oder was wir uns ansehen – typische Touristen sind wir nicht. Für uns kommt es auf den richtigen Mix an.

Zeit der Geschenke!

Seit einigen Jahren machen wir uns untereinander, mit meinen Eltern und auch mit den meisten Freunden, keine Geschenke mehr. Das fand ich am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig und habe mich äußerst schwer getan, insbesondere zu Weihnachten.
Zwischenzeitlich finde ich es super, da der ganze Stress, zur richtigen Zeit das Passende zu finden, entfällt und es eine Übereinkunft ist, mit der alle einverstanden sind.
Im übrigen besitzen wir so viel und kaufen uns das meiste dann, wenn wir es benötigen selbst – so denke ich jedenfalls.

In diesem Jahr haben wir nur ein Weihnachtsgeschenk gemacht und den Beschenkten offen gelassen, wann sie es auspacken. Das Geschenk ist seit Ende August in Gebrauch –  gut so! Wir sind also schon durch mit den Weihnachtseinkäufen…

Wie geht es dir mit dem Impuls? Welche Rituale des Schenkens gibt es bei dir/euch in der Familie oder im Freundeskreis. Bist du zufrieden so, wie es ist?

Saradevi

Ohio Key, 01.12.2019

PS: Das Beitragsbild habe ich gewählt, weil es mir passend zum Thema schien. Ich habe mir bislang als eine der wenigen Dinge hier auf der Reise einen neuen Hut geleistet, der meinen Kopf hoffentlich so behütet, dass ich weiter mit Köpfchen konsumieren kann.

Wir freuen uns auf den Austausch mit dir...

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Doris und Günter

    Hallo Sabine!
    Mit Freude und etwas Stolz haben wir deine Zeilen gelesen.
Eigenschaften werden durch Gene auf die Kinder übertragen. Einige Eigenschaften sind aber Ergebnis von Erziehung. Wobei fast alle Eltern bemüht sind, ihre Kinder gut im Sinne der Gesellschaft zu erziehen. Nicht immer mit Erfolg. Wenn du, liebe Sabine, dich noch erinnerst, dass wir über Regeln mit dir gesprochen haben, ist das für uns positiv. Erreichbare Ziele setzen, Wertschätzung und Pflege der Sachen, die man hat, gehört dazu. Sparsam mit Geld umgehen, sich für Qualität entscheiden und freuen über das Erreichte. Wir haben diese Dinge ja auch vorgelebt.
    Auch wir haben noch ein Beispiel für die Einhaltung von Regeln. Bei deiner Wohnung „Eickenhof“ stand die Finanzierung. Festgelegt waren die Gelder für alle Gewerke. Festinstallierte Gegenstände hatten Vorrang. Wenn Teueres gekauft wurde, musste an anderer Stelle gespart werden. So wurde das Ziel erreicht.
    Wir wünschen dir und Manfred noch eine erlebnisreiche Reise. Prioritäten setzen, Wichtiges miterleben und sehen, was sonst noch geht.
Liebe Grüße und Wünsche von den Oldies

    1. saradevi

      Ja, da ist der Apfel nicht weit vom Stamm gefallen – manchmal hat es eben auch Vorteile ;))

  2. Leon Klein

    Herzlichen Dank für den wertvollen Artikel! Ausgezeichnet Tipp.