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9. Etappe: Quer durch die USA nach Baltimore, 21. März - 04. April 2020

Gelungene Ankunft

Start in Baltimore per Uber zum Flughafen, von dort zunächst nach Atlanta. Mit einem Airbus weiter zum Flughafen Amsterdam. Anschließend noch ein Kurzflug nach Düsseldorf und schon sitzen wir im Zug nach Dinslaken. Wir haben es geschafft: Abflug am 3.04.2020 um 14:30 Uhr in Baltimore, Ankunft in Dinslaken mit dem Zug am 4.04.2020, 13:01 Uhr.

Die letzten Stunden in den USA

Hatten wir bisher „die“ Amerikaner als relativ relaxed auf unserer Rückfahrt quer durch Nordamerika von San Diego nach Baltimore erlebt, begegneten wir auf dem Weg mit dem Taxi zum Flughafen nun einem vermummten Fahrer, der sehr auf Hygiene bedacht war. Die Eingangshalle des internationalen Abflugterminals glich einer Geisterstadt und war fast menschenleer. Das Einchecken am Schalter und die Gepäckaufgabe verliefen sehr zügig und reibungslos. Beinahe freudig empfing man uns an der Sicherheitsschleuse – endlich was zu tun… Entdeckt wurde auch wieder einmal in meinem Rucksack ein vermeintliches Sicherheitsrisiko: der Klappschlüssel zum Wassertank unseres Wohnmobils war nicht bekannt und wurde mißtrauisch begutachtet, ehe mir der weitere Fußmarsch durch ausgestorbene Flughafenhallenbereiche ermöglicht wurde. Pünktlich verließ ein mäßig besetzter Flieger mit uns die Stadt Baltimore in Maryland Richtung Atlanta ohne jegliche Gesundheitsprüfung.

Nach der Landung in Atlanta, dem Flughafen mit dem weltweit größten Passagieraufkommen, blieben uns 40 Minuten, um vom Ankunftsterminal in den „meilenweit“ entfernten internationalen Abflugbereich zu kommen. Dies gelang uns durch einen Fußmarsch in Kombination mit der prima ausgebauten Flughafenlinie. Nur eine Handvoll Läden war geöffnet, Menschen sah ich dort allerdings nicht. Am Abflugsteig dann eine Menge Passagiere, die wie wir das Flugzeug nach Amsterdam nehmen wollten. Pünktlich erfolgte der Aufruf und das Einnehmen der Sitzplätze im großen Airbus, jeweils vier Sitze in der Mitte, rechts und links zwei weitere Plätze am Fenster. dann tat sich erst einmal nichts. Die Abflugzeit verstrich; spärliche, nichts sagende Informationen des Kapitäns nach längerer Zeit. Hier und da wurde verhaltener Unmut laut. Vermummte Bedienstete desinfizierten zwischenzeitlich etwas weiter vorn einen Sitzbereich. Dann, nach mehr als einer Stunde, die Durchsage, dass die Startfreigabe nun erfolgt sei. Auch in Atlanta gab es  keine Gesundheitsprüfungen oder Befragungen. Der Sicherheitsabstand, auf dem beim Einchecken noch so großen Wert gelegt wurde, erwies sich für mich im Flugzeug dann als Farce. Der Flieger war voll besetzt, Abstandsregeln gar nicht durchführbar. Der Flug verlief ohne weitere Zwischenfälle, schlafen konnte ich nicht. Ich hielt mich mit Schachspiel und Lektüre per iPad bei Laune…

Wieder in Europa

Mit nur ca. 20 Minuten Verspätung landeten wir in Amsterdam. Für uns hatte das wenig Bedeutung, der Anschlussflug nach Düsseldorf sollte planmäßig erst gute zwei Stunden später starten. Auch im drittgrößten Flughafen Europas, Amsterdam-Schiphol, waren alle Läden dicht. Hier deutliche Hygienehinweise, Plakate und Handzettel. Keine Gesundheitskontrollen. Im Wartebereich unseres Abflugterminals hielten sich etliche Fluggäste auf, alle auf deutlichen Abstand zueinander bedacht.

Pünktlich um kurz vor halb Zwölf ging es dann mit einer kleinen Maschine, einem Städtehopper, weiter nach Düsseldorf. Jedem Flugast wurde ein Fensterplatz zugewiesen, der Nachbarsitz blieb unbesetzt. Ich glaube, dass mir bereits auf der Startbahn die Augen zugefallen sind. Ruckzuck waren wir in Düsseldorf, kaum eine halbe Stunde nach dem Start in Amsterdam.

Ankunft in Dinslaken

Auch der Düsseldorfer Flughafen wirkte wie ausgestorben. Nach Empfang des Gepäcks verflüchtigten sich die Passagiere und wir standen schließlich allein auf dem Bahnsteig Richtung Düsseldorf HbF. Per App kauften wir, schon in der S-Bahn sitzend, zwei Tickets. Am Hauptbahnhof ebenfalls ganz wenig Betrieb. Unser Zug nach Dinslaken wartete schon auf dem vertrauten Bahnsteig und fuhr fahrplanmäßig ab. Zwei oder drei Fahrgäste bekamen wir bis Dinslaken zu Gesicht. Glücklich und müde spazierten wir vom Bahnhof die wenigen Meter bis zu unserer Innenstadtwohnung.

Von weitem sahen wir dann schon Freundin Rosetta, die für uns freundlicherweise einen Großeinkauf durchgeführt hatte, und diesen soeben ins Haus tragen wollte. Kurze, auf Abstand bedachte Unterhaltung. Ab in den Aufzug, Wohnung in Beschlag genommen und wenig später absolvierte ich einen erholsamen Mittagsschlaf.

Das Ende unserer Amerikareise war erreicht. Sie wurde von vielen Freunden mitfiebernd begleitet. Dafür sagen Saradevi und ich herzlichen Dank! Gesund und munter haben wir uns nun eine 14-tägige Quarantäne verordnet. Vermutlich werde ich zunächst die Stille und Abgeschiedenheit genießen. Wir werden sehen…

Dinslaken, 05.04.2020

Wir freuen uns auf den Austausch mit dir...

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Ilona Haupt-Roloff

    Wir genießen die Stille im Garten sehr. Heute Nachmittag hörten wir um 15 Uhr ein Flugzeug. Betonung liegt auf „ ein“.
    Schlaft gut und lebt euch wieder ein.

  2. Gerd Grauvogl-Bruns

    Es freut mich außerordentlich, daß eure Rückreise wie „geplant“ so geklappt hat.
    Herzlich willkommen zurück in Dinslaken!
    Euer Optiker
    Gerd Grauvogl-Bruns

    1. saradevi

      Lieber Gerd,
      vielen lieben Dank für die positive Energie, die uns bis zur Wallstraße begleitet hat.
      Aus unserem Fenster im fünften Stock können wir fast bis zu euch rüber schauen.
      Unsere selbst auferlegte Quarantäne verbiete es uns momentan jedoch mal vorbei zu schauen. Das werden wir aber sicher bald nachholen.
      Viele Grüße
      sama

  3. Ralf Hagemeister

    ganz kurz: ich bin erleichtert

    Ralf & Co.

    1. saradevi

      Hey Ralf & Co,
      dann steht dem gem. Kaffeetrinken ja nicht mehr so viel im Wege…
      Kommt gut durch die Zeit
      sama

  4. Marion Trenck

    Liebe Sabine, lieber Manfred. Ich habe die letzten Tage immer wieder mal in euren Blog geschaut und alle Daumen gedrückt. Freue mich zu lesen, dass ihr gut in Dinslaken angekommen seit in diesen verrückten Zeiten.
    Ich wünsche euch ein gutes Wiedereinfinden und das ihr die nächsten 14 Tage Quarantäne ohne Lagerkoller gut übersteht. Und vor allem: Bleibt gesund.

    Liebe Grüße Marion

    1. saradevi

      Liebe Marion,
      vielen Dank fürs Daumendrücken. Wir hoffen, dass du auch fit bist und die Zeit auf deine Art gut und zufrieden verbringen kannst.
      Einen Lagerkoller werden wir wohl nicht bekommen. Im Vergleich zum Amigo leben wir hier in einem Palast.
      Ich habe mich gestern an das Fotobuch von Kuba gesetzt, das ich für meine Eltern mache. Allein das Sichten der Fotos wird noch dauern.
      Zum Glück sind wir keine Menschen der Langeweile.
      Wir hoffen, dass wir gesund bleiben. Bis jetzt sieht alles danach aus.
      Liebe Grüße in den Norden und bis bald mal
      sama

  5. Doris und Günter

    Hallo Sabine, hallo Manfred,

    herzlich willkommen in der Heimat. Wir freuen uns sehr, dass ihr gesund (?) und munter wieder zurück seid. Obwohl, wir waren euch immer nahe. Aber, wir spüren auch eine innere Traurigkeit über das nicht Erreichte, das, was noch anstand und durch Corona brutal ausgebremst wurde. Kalifornien mit seiner ganzen Schönheit, die Abzweigungen in die Canyon und weiter bis nach Kanada und Alaska. Das Zweite „aber“ aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Wir würden es euch gönnen, in einem zweiten Anlauf, das Versäumte nachzuholen. Da könnt ihr eure ganze Erfahrung einfließen lassen. Aber jetzt, wenn die selbst auferlegte Quarantäne überwunden ist, könnt ihr eure Lieben erstmal richtig knuddeln. Dann kommen Zeit und Rat und neue Überlegungen. Wir wünschen euch viel Spaß dabei und sind gespannt auf das Ergebnis!

    In Liebe eure Oldies

    1. saradevi

      Liebe Oldies,
      bislang sind wir gesund und haben keine Anzeichen einer Erkrankung. Aber wir wollen auf keinen Fall irgend jemanden anstecken und schon gar nicht euch!
      Ob wir den zweiten Teil der Reise nachholen, werden wir sicher in den nächsten Monaten nachdenken. Wir werden sehen, wie sich die Welt neu sortiert und ob es realistisch und für uns möglich ist. Wir sind glücklich, dass wir so viele schöne Dinge erleben durften und froh, dass wir jetzt, in diesen Zeiten zuhause sind. Somit sind wir selbst noch gespannt auf das Ergebnis!
      Liebe Grüße in die Nachbarstadt
      sama