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Texel im Sommer / Herbst 2021

Der Weg entsteht beim Laufen

Mittlerweile wurde das Erntedankfest gefeiert, die letzten schönen Sonnentage scheinen sich in den nächsten Tagen zu verabschieden und Halloween kündigt sich bereits vor einigen Häusern an…

Den Sommer verbrachten wir ganz überwiegend auf Texel. Zum einen war es der Herzenswunsch Saradevis, zum anderen stand der weitere Umbau unseres Amigos bevor. Und außerdem lässt es sich auf Texel komfortabler leben als in unserer Einraumwohnung in der Dinslakener Stadtmitte.

Zu unserem Glück auf Texel fehlen uns eigentlich nur unsere Familien und die guten alten Freunde. Also nutzten wir immer wieder auch gegebene Anlässe zur Fahrt in den Ruhrpott. Allerdings hatten wir auch Freunde zu Besuch im Chalet, die mit uns durch die Dünen wanderten, die Insel mit dem Rad durchstreiften und sich den Wind am Strand durch die Haare blasen ließen. Und mittlerweile ist u.a. ein netter Kontakt zu einem schweizer Inselpärchen entstanden, der unkompliziert beiderseits genossen wird.

Seit ein paar Wochen gehen Saradevi und ich – übrigens angeregt durch Freunde aus Bayern und Wuppertal – regelmäßig walken. Die Gehstrecken sind unterschiedlich lang und manchmal passiert es auch, dass der Weg erst beim Laufen entsteht und uns auf weniger ausgetretene und unbekanntere Pfade führt. Bereits zu Shutdown-Zeiten waren wir ja schon in Dinslaken weitläufig zu Fuß unterwegs und entdeckten neue Ecken in unserer Stadt. So ist es jetzt auch wieder, nur dass es nun sportlich und etwas rasanter vorwärts geht…

Ganz allmählich macht sich in mir ein gewisses Unbehagen breit. Die Tage ziehen ins Land, ich habe keine Langeweile und kann mich gut beschäftigen. Doch ein Gefühl der Leere und des Unausgefülltseins ist dennoch im Entstehen. Es fehlt zu Hause nicht an Anregungen zur Erledigung bestimmter Dinge. Mir fehlt in gewisser Hinsicht Arbeit, die über die pure Beschäftigung hinaus geht – und alles, was damit verbunden sein mag…

Indem ich dies so schreibe, möchte ich hier keineswegs ein Arbeitsgesuch aufgeben. Ich möchte euch einfach damit Anteil nehmen lassen an dem, was mich in letzter Zeit beschäftigt. Saradevi ist ja nun „Hausfrau“ und arbeitet rührig an den Veröffentlichungen unserer Reiseerlebnisse auf dem sama:trail. Und sie engagiert sich ehrenamtlich in unserer Stadt.

Wer mich näher kennt, der weiß, dass mir Selbstbestimmtheit immer wichtig war. Ich habe kaum noch Verpflichtungen und will mich auch nicht mehr regelmäßig und langfristig binden. Ich genieße die Freiheit, heute in Dinslaken zu sein und morgen auf Texel oder anderswo Zeit zu verbringen. Und ich bin überzeugt davon, dass es (mir) nicht möglich sein wird, die „richtige“ Beschäftigung suchend zu finden. Vielmehr glaube ich, dass mich die Beschäftigung irgendwann finden wird!

Mit dem Programm „AUF!leben – Zukunft ist jetzt“ unterstützt die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) bundesweit Kinder und Jugendliche aller Altersklassen dabei, die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen und Alltagsstrukturen zurückzugewinnen. Lernen und Erfahren außerhalb des Unterrichts stehen dabei im Mittelpunkt. Ziel des Programms ist es, junge Menschen durch zielgruppengerechte Angebote vor Ort in ihrer Persönlichkeitsbildung, im sozialen Leben sowie in ihrer seelischen und körperlichen Regeneration zu stärken. Auch soziales Lernen sowie die Bindungen von Kindern und Jugendlichen untereinander sollen gefördert werden. https://www.auf-leben.org/aufleben/

Der gemeinnützige Verein AKiJu, der die Vermittlung von Achtsamkeit an Kinder und Jugendliche fördert und in Verbindung mit dem Berufsverband der Achtsamkeitslehrenden (MBSR-MBCT Verband e. V.) zentraler Ansprechpartner zu diesem Thema in Deutschland ist, bat um Unterstützung.

Möglicherweise werde ich mich also für einige Stunden pro Woche in Projekten des Programms „AUF!leben“ engagieren, bis wir vermutlich Anfang Juli 2022 zu unserer Fernreise „Auf dem Landweg nach Australien“ aufbrechen. Die Vorbereitungen laufen nun an.

Zu Beginn der Woche steht ein Zahnarzttermin in meinem Kalender, anschließend gehts dann für eine Weile wieder nach Texel. Zur Illustration meines Blogbeitrages mögen die beigefügten Fotos dienen. Viel Vergnügen beim Schmökern, bleibt gesund und munter. Und wie immer gilt: Feedback ist ausdrücklich erwünscht und bleibt hier im Blog unter uns…

Wir freuen uns auf den Austausch mit dir...

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Reiner

    Lieber Manfred:
    Ja, was denn nu?
    Diese Frage taucht in meinem Leben seitdem ich ohne Beruf der Muße nachgehe, immer wieder auf und aus Deinem Beitrag höre ich sie auch heraus.
    Ich habe mich entschlossen, sie für mich nicht mehr zu beantworten, sondern mich daran zu freuen (und manchmal auch daran zu leiden), dass sie mich bis zu meinem Ende begleiten wird.
    DAS IST DAS PRIVILEG DES FREIEN MENSCHEN!
    Ganz liebe Grüße aus dem Strandkorb am Strand von Mönkebude (östlich von Anklam) in Westpommern.
    PS. James A. Michener lesend
    „Die Bucht“
    Roman

  2. manfred

    Hallo Reiner,
    mir ist bewusst, dass ich auf hohem Niveau klage…
    Danke dir auch für die Buchempfehlung!
    Ich wünsche euch weiterhin eine gute Tourzeit und sende ganz liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet

  3. Ilona Haupt-Roloff

    Lieber Manfred,
    seit Corona unser Leben begleitet, bin ich heilfroh, dass ich nicht mehr im Schuldienst bin. Diesen Hickhack hätte ich nicht gemocht. Ich bin gerne in die Schule gegangen und habe mich dort für meine Schüler/Innen und Kollegen/Innen immer sehr eingesetzt. Jetzt bin ich dankbar, dass ich Frau meiner Zeit bin. Seit acht Jahren engagiere ich mich mit meinem Mann in unserem damals gegründeten Seniorennetzwerk in unserem früheren Wohnbezirk. Für unsere ev. Kirche mache ich Geburtstagsbesuche vorwiegend im Altenheim. Wenn ich Urlaub mache, habe ich Vertretungen m Netzwerk und die Geburtstagskinder werden nachträglich besucht. Es ist eine Beschäftigung, die nicht in Arbeit ausartet, die mir aber auch selbst viel zurück gibt. Natürlich gibt es „Stoßzeiten“, aber auch die braucht Frau schon mal.
    Ich wünsche dir , dass du eine Beschäftigung findest, du dich erfüllt, aber nicht auffrisst.
    Übrigens, wir sind ab 1. November in De Koog. Seid ihr dann auch zufällig auf der Insel? Wir könnten uns bei uns zum Doko treffen. Wir bleiben zwei Wochen.
    Liebe Grüße an Sabine, Ilona

  4. manfred

    liebe ilona,
    danke für deine beeindruckende rückmeldung. in der gemeindearbeit wurde ich für meine sozialarbeiterische arbeit sozusagen vorbereitet und denke gern daran zurück.
    wegen anstehender zahnarzttermine ist für uns eigentlich der 24.10. als rückfahrttermin gesetzt – aber vielleicht geht da noch was. würde mich freuen, euch wiederzusehen.
    ich melde mich rechtzeitig.
    lg manfred